Attraktive Zinsen und Sicherheit – das wünschen sich viele Anlegerinnen und Anleger. Doch welche Geldanlage erfüllt beide Kriterien? In Zeiten von sinkenden Zinsen und unsicheren Märkten stellen sich viele vermehrt die Frage: Wo lässt sich Kapital sicher anlegen, ohne dabei auf Rendite verzichten zu müssen?
Natürlich gibt es die klassischen Sparformen wie Tages- oder Festgeld mit einer Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Kunde und Konto bei der Bank und Sparkasse. Sie versprechen stabile Erträge, unterscheiden sich aber in ihrer Flexibilität und den Zinsen. Während das Kapital auf dem Tagesgeldkonto jederzeit verfügbar ist, gibt es hier nur wenige Prozent Zinsen. Wenn Sie Ihr Geld in Form von Festgeld anlegen, erhalten Sie dafür meist höhere Zinsen, können aber für einen bestimmten Zeitraum nicht frei über Ihr Kapital verfügen.
Dann vielleicht doch besser Aktien oder ETFs? Doch was ist hier in puncto Sicherheit zu beachten? Wir gehen den verschiedenen Anlagemöglichkeiten auf den Grund, und versuchen herauszufinden, was momentan die beste Geldanlage ist.
Eine Geldanlage ist die Investition von Kapital, um einen Ertrag zu erzielen. Dabei können Sie Ihr Geld in verschiedene Anlageformen anlegen - die sich alle in Sicherheit, Rendite und Flexibilität unterscheiden.
Zu den klassischen Geldanlagen gehören:
Zugleich stellt sich aber die Frage, inwieweit der Anlagebetrag vor möglichen Verlusten geschützt ist? Und welche Gebühren können anfallen? Um Ihre finanziellen Ziele zu erreichen und die Risiken zu minimieren, sollten Sie bei jeder Form der Geldanlage folgende Punkte beachten:
Bevor Sie investieren, analysieren Sie Ihre aktuelle finanzielle Lage:
Klären Sie, welche Ziele Sie mit Ihrer Geldanlage verfolgen und welchen Zeitraum Sie dafür einplanen:
Jede Investition bewegt sich im Spannungsfeld von Rendite, Sicherheit und Liquidität:
Diese drei Ziele stehen oft in Konkurrenz zueinander. Eine Investition mit hoher Sicherheit und Liquidität bietet meist eine geringere Rendite. Wohingegen renditestarke Investments meist mit höheren Investitionsrisiken und geringerer Liquidität verbunden sind.
Überlegen Sie, wie viel Anlagerisiko Sie bereit sind einzugehen:
Tipp: Ihre Risikobereitschaft sollte mit Ihren Anlagezielen und Ihrem Anlagehorizont harmonieren.
Um einen möglichen hohen Verlust zu minimieren, verteilen Sie Ihr Kapital am besten auf verschiedene Anlageklassen:
Je breiter die Streuung, desto geringer ist am Ende das Klumpenrisiko. Zugleich stabilisieren Sie so Ihr Portfolio.
Wenn Sie mit einer hohen Rendite rechnen, achten Sie bei jeder Anlagemöglichkeit auf mögliche Zusatzkosten. Das sind:
Warum sollten Sie die Kosten im Blick haben? Hohe Kosten schmälern letztendlich die Rendite Ihrer Investition.
Informieren Sie sich über die steuerlichen Auswirkungen Ihrer Geldanlage, um Ihre Nettorendite zu erhöhen:
Überprüfen Sie Ihre Geldanlagen regelmäßig:
Beim Investieren spielen Sicherheit und Risiko eine entscheidende Rolle. Grundsätzlich gilt: Je höher die Rendite, desto größer das Risiko. Um die Verlustrisiken zu minimieren, sollte das Portfolio entsprechend diversifiziert werden.
Der Wert einer Geldanlage kann stark schwanken. Besonders Aktien oder Unternehmensanleihen sind von Angebot und Nachfrage an der Börse abhängig. Auch Immobilien können an Wert verlieren, wenn der Markt sich abschwächt.
Grundsatz: Je länger die Anlagedauer, desto eher gleichen sich Schwankungen aus.
Geht der Herausgeber einer Anlage – sei es eine Bank, ein Unternehmen oder eine Institution – in die Insolvenz, droht ein vollständiger Verlust des investierten Geldes. Besonders riskant sind Investitionen in Unternehmen mit schwacher Bonität. Wer hier entsprechend konservativ sein Geld in Tages- und Festgeld anlegt, minimiert diese Unsicherheit. Damit verbunden aber auch seine Chancen auf hohe Renditen.
Bankeinlagen sind innerhalb der Europäischen Union bis zu einer Höhe von 100.000 Euro pro Person und Bank gesetzlich abgesichert. Wird eine Bank insolvent, erhalten Sparer ihr Guthaben bis zu diesem Betrag zurück. In Deutschland gibt es zusätzlich freiwillige Sicherungssysteme, die noch höheren Schutz bieten.
Einige Anleger nehmen einen Kredit auf, um mit geliehenem Kapital in Wertpapiere oder andere Anlageformen investieren zu können. Das ist aber eher riskant, da Kursverluste nicht nur die Investition gefährden, sondern auch die Rückzahlung des Kredits.
Wie sicher das investierte Guthaben angelegt sein sollte, hängt aber nicht nur davon ab, ob Sie ein eher sicherheitsorientierter oder risikofreudiger Typ sind.
Entscheidend ist ebenfalls, ob Sie das Geld kurzfristig, mittelfristig oder langfristig brauchen.
Zu den kurzfristigen Geldanlagen gehören die Sichteinlagen, wie das Girokonto, das Tagesgeld und das Festgeld mit kurzer Laufzeit. Diese Anlagen bieten hohe Liquidität, da das Kapital schnell verfügbar ist. Sie sind durch die Einlagensicherung innerhalb der Europäischen Union abgesichert, haben aber meist niedrige oder kaum Zinsen.
Ein Sparbuch ist eine sichere, aber wenig flexible kurzfristige Geldanlage. Der Abheberahmen beträgt in der Regel 2.000 Euro pro Monat. Das kann aber je nach Bank variieren. Für höhere Beträge gilt eine dreimonatige Kündigungsfrist. Die Zinsen sind meist niedrig. Zudem fallen bei vorzeitiger Verfügung über größere Summen Vorschusszinsen an. Diese betragen oft ein Viertel des vereinbarten Habenzinssatzes. Diese Vorschusszinsen werden für den Zeitraum berechnet, der bis zum Ende der Kündigungsfrist besteht.
Ein Tagesgeldkonto verspricht mehr Flexibilität, da das gesamte Guthaben jederzeit verfügbar ist. Die Zinsen sind in der Regel höher als beim Sparbuch, aber variieren je nach Bank. Wer die momentan besten Zinsen sucht, kann einen Vergleich nutzen, um das beste Angebot zu finden.
Geldmarktfonds sind Investmentfonds, die hauptsächlich in kurzfristige, sichere Wertanlagen wie Staatsanleihen, Unternehmensanleihen oder Termingelder investieren. Sie gelten als vergleichsweise risikoarm, da die Anlagehorizonte meist wenige Monate bis maximal ein Jahr betragen. Außerdem schwankt der Wert eines Geldmarktfonds wenig, da die zugrunde liegenden Anlagen stabil sind.
Der Vorteil von Geldmarktfonds liegt in ihrer hohen Liquidität – Anlegerinnen und Anleger können ihr Geld oft schnell wieder abziehen. Die Rendite ist meist höher als auf einem Tagesgeldkonto, aber niedriger als bei Aktienfonds.
Besonders in Niedrigzinszeiten sind Geldmarktfonds eine Alternative zu Sparbüchern oder Tagesgeld. Es fehlt ihnen aber die feste Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Außerdem fallen bei dieser Anlagemöglichkeit auch Managementgebühren an. Diese gibt es beim Tagesgeldkonto ebenfalls nicht.
Zertifikate sind eine festverzinsliche Wertpapierart mit einer festen Laufzeit, die meist zwischen 12 und 18 Monaten liegt. Sie ähneln Fonds, unterscheiden sich aber durch ihre begrenzte Dauer und feste Verzinsung. Beim Kauf wird oft ein Ausgabeaufschlag von etwa 1,5 Prozent fällig.
Diese Anlageprodukte sind in der Regel mit einer oder mehreren Aktien verknüpft. Je nach Marktentwicklung kann es neben den garantierten Zinsen zusätzliche Bonuszahlungen geben – zum Beispiel, wenn eine Aktie während der Anlagezeit eine bestimmte Kursgrenze nicht überschreitet. Allerdings kann dieser Bonus unter bestimmten Bedingungen auch entfallen.
Da Zertifikate stark von der Entwicklung des Aktienmarktes abhängen, eignen sie sich vor allem für erfahrene Anlegerinnen und Anleger, die hier die Investitionsrisiken gut einschätzen können.
Sparen Sie auf ein bestimmtes Ziel hin, können Sie in mittelfristige Geldanlagen investieren. Dazu gehören:
Ein Festgeldkonto ist eine Form der Geldanlage, bei der Sie einen bestimmten Betrag für eine festgelegte Zeit zu einem bestimmten Zinssatz anlegen. Während dieser Zeit ist das Geld nicht verfügbar - anders als beim Tagesgeld. Die Anlagezeiträume können zwischen 30 Tagen und zehn Jahren liegen – je länger diese sind, desto höher ist in der Regel der Zinssatz.
Ein Nachteil beim Festgeld ist, dass Sie bei einem Anstieg der allgemeinen Zinsen nicht von höheren Zinssätzen profitieren, da Ihr Geld bis zum Ende der Anlagedauer an den festgeschriebenen Zinssatz gebunden ist.
Erfolgt keine rechtzeitige Kündigung, werden Festgeldanlagen oft automatisch um den ursprünglich vereinbarten Zeitraum verlängert – und zwar zum dann gültigen Zinssatz.
Festgeldanlagen unterliegen der gesetzlichen Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank.
Ein Sparbrief ist eine sichere Geldanlage mit fester Laufzeit und festen Zinsen. Er ähnelt einem Festgeldkonto, unterscheidet sich aber dadurch, dass er nicht vorzeitig gekündigt oder verkauft werden kann.
Bei einem Sparplan wird regelmäßig Geld in Anlageprodukte eingezahlt, um langfristig Vermögen aufzubauen. Je nach Art des Sparplans kann in Investmentfonds, Bausparverträge oder vermögenswirksame Leistungen investiert werden.
Werden beispielsweise über zehn Jahre lang monatlich 100 Euro angelegt, hätte man am Ende 12.000 Euro investiert. Durch Zinsen oder Kurssteigerungen kann der Wert der Investition zusätzlich wachsen. Bei einem Aktienfonds-Sparplan besteht aber die Gefahr vor Kursverlusten.
Festverzinsliche Wertpapiere sind Anleihen, Pfandbriefe oder Obligationen, bei denen Sie dem Emittenten für eine feste Anlagedauer Kapital leihen. Dafür erhalten Sie regelmäßige Zinsen. Am Ende der Laufzeit erfolgt die Rückzahlung zum Nennwert.
Merkmale:
Risiken:
Unterschied zu Festgeld:
Während festverzinsliche Wertpapiere handelbar sind, bleibt Festgeld angelegt, bis der Vertrag dazu endet. Zudem können die Zinsen je nach Bank variieren.
Zu guter Letzt gibt es noch die langfristigen Geldanlagen. Diese sind zum Vermögensaufbau, etwa für die Rente und zur Altersvorsorge geeignet.
Kapitallebens- und Rentenversicherungen sind klassische Formen der Altersvorsorge. Bei der Kapitallebensversicherung kombiniert der Versicherer einen Sparanteil mit einem Todesfallschutz. Der Versicherte zahlt dafür regelmäßig Beiträge ein und erhält am Ende der Laufzeit eine einmalige Kapitalauszahlung oder eine monatliche Rente. Verstirbt der Versicherte vorher, wird die vereinbarte Summe in der Regel an die Hinterbliebenen ausgezahlt.
Die Rentenversicherung hingegen zielt darauf ab, dem Versicherten ab einem bestimmten Zeitpunkt eine lebenslange Rente zu garantieren. Es gibt verschiedene Varianten, darunter die Riester-Rente und die Rürup-Rente, die durch staatliche Zulagen und steuerliche Vorteile gefördert werden. Diese Förderungen können die Rendite der Investition zusätzlich erhöhen.
Ein Vorteil dieser Versicherungen ist die steuerliche Behandlung: Bei Auszahlung unterliegen sie oft einer günstigeren Besteuerung im Vergleich zu anderen Anlageformen. Allerdings sind die Renditen klassischer Policen aufgrund des aktuellen Zinsniveaus meist begrenzt. Daher bieten einige Versicherer Tarife an, die in Aktienfonds investieren, um höhere Erträge zu erzielen. Diese fondsgebundenen Policen unterliegen dann aber oft stärkeren Schwankungen.
Übrigens: Eine Einlagensicherung bis 100.000 Euro gibt es hier nicht.
Eine Aktie repräsentiert einen Anteil an einem Unternehmen. Aktionäre profitieren dabei von Dividendenauszahlungen des jeweiligen Unternehmens. Auf lange Sicht gesehen versprechen Aktien hohe Renditechancen, da sie als Sachwertanlagen inflationssicher sind. Allerdings unterliegen sie den börsenbedingten Kursschwankungen. Um diese gegebenenfalls wieder auszugleichen, wird ein Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren empfohlen.
Aktienfonds hingegen bündeln das Kapital vieler Anleger, um in eine Vielzahl von Aktien zu investieren. Diese Diversifikation reduziert das Risiko einzelner Kursverluste. Für die Wertpapierauswahl ist ein professionelles Fondsmanagement zuständig. Auch hier ist ein längerer Anlagehorizont empfehlenswert, um Marktschwankungen auszugleichen.
Verglichen mit dem Tagesgeld und den eher niedrigen Zinsen bieten Aktien und Aktienfonds mit der Zeit höhere Renditechancen.
Exchange Traded Funds (ETFs oder Indexfonds), sind Investmentfonds, die einen bestimmten Index, wie den DAX oder S&P 500, nachbilden. Sie werden an der Börse gehandelt. Mit einer einzigen Investition können Sie hier in zahlreiche Wertpapiere investieren.
Vorteile von ETFs:
Rentenfonds investieren hauptsächlich in festverzinsliche Wertpapiere wie Staats- oder Unternehmensanleihen. Die Rendite dieser Fonds hängt von der Anlagedauer der Anleihen, den aktuellen Kapitalmarktzinsen und der Bonität der Emittenten ab. Je länger das Geld angelegt wird, desto höher können die Erträge sein. Allerdings sind Rentenfonds nicht völlig risikofrei – sinkende Zinsen können den Wert der Anleihen steigern, während steigende Zinsen Kursverluste verursachen können.
Beim Crowdinvesting investieren viele Anlegerinnen und Anleger - die sogenannte Crowd - mit kleineren Beträgen in ein gemeinsames Projekt. Online-Plattformen wie Xavin vermitteln dabei Finanzierungen für nachhaltige und gemeinnützige Vorhaben. Die Kapitalbindung und das Risiko hängen von der Laufzeit des jeweiligen Projekts ab.
Crowdinvesting kann mittelfristig (3–7 Jahre) oder langfristig (über 7 Jahre) sein. Während dieser Zeit ist das investierte Geld gebunden, sodass kein vorzeitiger Zugriff möglich ist. Zudem gibt es keine gesetzliche Einlagensicherung, wodurch das Risiko eines Kapitalverlusts besteht, falls das Projekt scheitert.
Wer sich sozial und nachhaltig engagieren möchte, und zugleich für die Zukunft Geld ansparen will, für denjenigen ist Crowdinvesting durchaus eine lohnenswerte Anlageform. Zumal hier die Rendite höher ist, als bei Tagesgeld oder Festgeld.